Bloggen als Chance für Yogalehrende

Bloggen

Es gibt Unmengen an Blogs im Netz. Monat für Monat werden über zwei Millionen deutschsprachige Blogbeiträge veröffentlicht. Bloggen ist gerade für Selbständige und Kreative zum wichtigen Marketing Instrument geworden, auch für Yogalehrer. Insbesondere, da immer mehr Yogalehrer ausgebildet werden und die Konkurrenz immens steigt, ist Selbstdarstellung und Eigenwerbung wichtiger denn je. Und die funktioniert wunderbar über das Bloggen.

Authentischer Inhalt für Deine Schüler

Was mich beim Einrichten meines Blogs motiviert hat: Bei den vielen Bloggern im Netz stechen diejenigen Blogbeiträge hervor, die authentisch geschrieben sind. Guter Content wird von Suchmaschinen wie Google bei den Ergebnissen mittlerweile berücksichtigt, um zu verhindern, dass es automatisch generierte Beiträge ganz nach oben in die Rankings schaffen. Google setzt nicht nur auf SEO und Keywords, sondern sucht nach einzigartigen Texten. Die Mühe lohnt sich also. Zudem stellte ich schnell fest, wie viele Vorteile das Bloggen für meinen Unterricht mit sich bringt. Meine Schüler können nachlesen, was mich gerade auf meinem Yogaweg beschäftigt. Als ich wegen einer Verletzung nicht unterrichten konnte, vermochte ich immerhin über Yoga zu schreiben. Mein Artikel Lasst uns mehr Schwäche zeigen entstand in dieser Zeit. Der für mich größte Vorteil ist, dass ich in  Blogartikeln viel ausführlicher Themen behandeln kann, als in einer 90 Minuten Yogastunde. Philosophie, Anatomie oder persönliche Erfahrungen können intensiver ausgeführt werden.

Bloggen – leicht oder schwer?

Für diejenigen Yogis, die gerne schreiben ist Bloggen ein Geschenk. Mit Leichtigkeit berichten sie über ihr Leben, ihre Klassen, Workshops und Fortbildungen und schicken es in die Welt hinaus. Voller Enthusiasmus sind sie in den sozialen Netzwerken präsent und posten auf allen Kanälen. Bloggen ist in dem Falle nicht nur Marketing, sondern eine Leidenschaft und eine willkommene Ergänzung zum Unterrichten. Aber was, wenn die Ideen fehlen, die Lust am Schreiben nicht aufkommen mag oder Selbstzweifel im Wege stehen? Wo soll ich anfangen? Worüber soll ich schreiben? Schreibe ich gut genug? Liest das wirklich jemand?

Bloggen beflügelt und schult die Kreativität 

Ich kann nur sagen: es ist einen Versuch Wert. Auch wenn es schon viele Yogablogs gibt – das Schreiben eines Blogs kann sehr bereichernd sein, solange er authentisch ist und Dir selbst entspricht. Dann ist Bloggen nicht nur für Deine Yogaschüler und Leser gut, sonder auch für Dich selbst. Denn mit regelmäßiger Übung kann Bloggen „beflügeln“, wie meine Co-Autorin, die Schreibtherapeutin Susanne Diehm so schön sagt. Schreiben kann in den Flow führen. Ganz ähnlich, wie wir im Yoga auf der Matte schwitzen und fließen und am Ende voller Glücksgefühle in Shavasana liegen, können wir voll und ganz im Schreiben aufgehen, die Zeit vergessen und gedanklich-emotional abheben. Vor allem aber kann das Schreiben unsere Kreativität schulen. Viele Menschen denken, zum kreativen Schreiben bräuchte man Talent, doch dem ist nicht so. Kreativität lässt sich üben und fördern, so die Hirnforschung. Je kreativer wir werden, desto mehr sprudelt es aus uns heraus, wie ein unerschöpflicher Brunnen.

Kreativität als Quelle für das Unterrichten

Und diese Kreativität – diese Quelle – brauchen wir als Yogalehrer, um inspirierenden und abwechslungsreichen Unterricht zu geben. Insbesondere Lehrer derjenigen Stilrichtungen, die mit wechselnden Stundenthemen und Sequenzen arbeiten, müssen Woche um Woche neue Ideen haben und dauerhaft inspiriert bleiben, um ihren Schülern Inspiration zu sein. Das ist oftmals gar nicht so leicht. Genauso wie beim Schreiben können sich in der Stundenvorbereitung Blockaden einschleichen und es kommen schlicht weg keine neuen Ideen mehr auf, da wir uns unter Druck gesetzt fühlen.

Inspiration durch Schreibanlässe und Schreibmethoden

Es gibt viele Schreibanlässe, die zum Bloggen genutzt werden können: Veranstaltungen,  Medienereignisse, Feiertage, Trends, Produkte oder Kritiken. Für Yogalehrer eigenen sich besonders gut diejenigen Schreibanlässe, die von persönlichen Erfahrungen ausgehen, zum Beispiel Momente, die Dein Leben geändert haben oder kleine Momente im Alltag mit Bedeutung. Auch Zitate eignen sich wunderbar als Aufhänger für Blogtexte. Solche Anlässe inspirieren und lassen Ideen aufkommen. In einem zweiten Schritt können kreative Schreibmethoden wie Mind-Maps, Freewriting, Sketchnotes oder Storrytelling helfen, die eigenen Ideen weiterzuspinnen und zu strukturieren. Durch die Vorgaben der Methoden verlieren wir die Angst vor dem leeren Bildschirm, kommen auf ungeahnte Einfälle und gelangen viel mehr in die Tiefe. Wir finden heraus, was wir wirklich zu sagen haben und lernen unsere eigene Schreibstimme kennen.

Bloggen schafft Klarheit für Dein Stundenthema

Bloggen kann uns als Yogalehrern Klarheit verschaffen, was wir unseren Schülern eigentlich genau vermitteln wollen. Regelmäßiges Bloggen hilft, ständig neue Ideen für unsere Stundenthemen zu entwickeln. Wir können den selben Aufhänger nutzen und die selbe Geschichte erzählen. Aber mehr noch: Im Laufe des Schreibens finden wir den Kern unserer Aussagen heraus und werden immer präziser in unserer Sprache. Wir können zum Beispiel ein Mal in der Woche einen Blogpost verfassen und das selbe Thema in unseren Klassen unterrichten. Bloggen kann wunderbar dafür genutzt werden, den eigenen Unterricht vorzubereiten. Wenn ich einen Blogtext schreibe, merke ich viel besser, was Sinn ergibt und was nicht. Ich spinne einen roten Faden, so dass meine Geschichte nachvollziehbar wird. Bevor ich auf „Veröffentlichen“ klicke, überarbeite ich meinen Text und überlege mir noch mal, was ich wirklich von mir Preis geben möchte und was mir zu Persönlich ist.

Das eigene Maß finden

Klare Vorgaben zum Bloggen wie die Regelmäßigkeit der Veröffentlichung oder die Länge der Texte ist für den Anfang hilfreich. Diese Regeln sollten jedoch nicht abschreckend wirken. Das Wichtigste ist, den eigenen Weg zu finden. Ich recherchiere beispielsweise gerne ausführlich und schreibe lieber lange Texte anstatt kurze Beiträge. Ich poste nicht jede Woche, sondern alle paar Monate, aber dafür kann ich aus der intensiven Beschäftigung mit einem Thema viele verschiedene Stundenthemen ableiten.

Fazit

Es ist nicht nur praktisch, gleichzeitig zu bloggen und den eigenen Unterricht vorzubereiten, sondern beides bestärkt sich gegenseitig. Bloggen sollte kein Zwang sein. Wer nicht will, der sollte es nicht tun, denn das wäre nicht authentisch. Doch einen Versuch ist es Wert. Bloggen kann Nähe und Verbindung zu Deinen Schülern schaffen. Das Schreiben kann Dir bewusst machen, was Dir wichtig ist und Deinen Unterricht tiefer werden lassen. Bloggen bietet eine riesige Chance, Deinen Unterricht inspirierender und kreativer, präziser und präsenter zu machen.

Blogging-Buch

Wenn Du Lust bekommen hast loszulegen: In unserem Buch Erfolgreiche Blogtexte – Inspiriert und kreativ Schreiben für guten Content von Susanne Diehm und Lisa Sintermann findest Du Schreibübungen zur Förderung der eigenen Kreativität, inspirierende Schreibanlässe, kreative Schreibmethoden, Grundlagen für gelungene Blogtexte, sowie viele praktische Textbeispiele, auch aus der Yogawelt.

Workshops

Bloggen für Yogalehrer. Kreativ schreiben und unterrichten. Im Herbst 2017 werden wir Workshops im YogaRaumBerlin geben. Sobald die Termine feststehen, findest Du sie auf unseren Websites: Lisa Sintermann: www.yogaundschreiben.de und Susanne Diehm: schreibenbefluegelt.wordpress.com & sdiehm.wordpress.com

Diesen Artikel findest Du in Heft 02/2017 des Deutschen Yoga-Forums, herausgegeben vom BDY – Berufsverband der Yogalehrenden in Deutschland e.V., erschienen im April 2017

 

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